Ford Kuga 2.0 TDCi - Testbericht

(08.10.2010) Mit neuem Motor und Doppelkupplungsgetriebe möchte Ford auch komfortorientierte Kunden gewinnen. Im Test zeigt der Kuga, ob er alle Erwartungen erfüllt.

Ford ist mit dem Kuga in einer heiß umkämpften Fahrzeugkategorie unterwegs, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Zwar ist der Kuga im Vergleich zur Konkurrenz etwas spät auf den Markt gekommen, dafür präsentiert er sich top frisch und hebt sich auch optisch von den Mitbewerbern stark ab.

Würde man den Kuga mit Kleidung vergleichen, so ist er eindeutig der sportliche Designeranzug und nicht die Trachtenjacke, und das kommt gut an. Immerhin haben sich in knapp zwei Jahren 100.000 Käufer für das erste kompakte SUV von Ford Europa entschieden. Preislich startet der Kuga ohne Allradantrieb als 2,0 TDCi mit 140 PS (103 kW) und Trend-Ausstattungslinie um 30.400 Euro. Dies ist auch die einzige Variante, die ohne Allradantrieb erhältlich ist. Der Kunde hat sonst noch die Wahl zwischen der Trend- und Titanium-Ausführung und einem 2,0 Liter TDCi mit 163 PS (118 kW) sowie einem 2,5 Liter Turbo Benzinmotor mit 200 PS (147 kW).

Für unseren Test haben wir uns für den neuen Top-Diesel mit 163 PS (118 kW) mit Powershift Doppelkupplungs- getriebe in der Titanium Ausführung entschieden, der um 37.200 Euro zu haben ist. In unserem Testauto kamen zusätzlich zur umfangreichen Serienausstattung noch Einstiegsleuchten aus Edelstahl, das Ford SD Navigationssystem mit Bluetooth, Veloursmatten vorne und hinten, das Titanium X Paket 19" (enthält 19" Alufelgen, Panoramadach, Frontscheibe "Solar Reflect", Frontscheibe und Scheibenwaschdüsen beheizt, Teillederpolsterung, elektrisch verstellbarer Fahrersitz und beheizbare Vordersitze), das Titanium Komfort-Paket (Außenspiegel beheizbar und elektrisch anklappbar, Park Pilot-System vorne und hinten, Key Free-System), das Titanium Style-Paket (Dachreling in Alu-Look und Seitenscheiben hinten + Heckscheibe abgedunkelt), sowie die sehr schöne "Eletric White"-Lackierung dazu. So überkomplett ausgestattet kommt der Kuga dann auf 44.062,39 Euro, lässt aber auch kaum noch Wünsche offen.

Gleich angefreundet haben wir uns mit dem Key Free-System, bei dem man ohne den Schlüssel aus der Tasche zu nehmen in das Auto kommt und mittels Startknopf, der in der Mitte der mittleren Lüftungsdüsen angebracht ist, starten kann. Schnell ist auf den bequemen Sitzen auch die richtige Einstellung gefunden und die verschiebbare Mittelarmlehne sorgt zusätzlich für mehr Komfort. Lediglich der Beifahrersitz könnte in der Höhe weiter verstellbar sein, Passagiere unter 160 cm Größe sitzen teilweise zu hoch. Dafür gibt es sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe genügend Platz und auch viele praktische Ablagemöglichkeiten.

Der Kofferraum ist mit 410 Liter Volumen eher nicht für eine lange Urlaubsfahrt zu viert ausgelegt, wer zu zweit unterwegs ist, kann aber durch Umklappen der Rückbank das Volumen auf 1.405 Liter erweitern. Beim Innenraumdesign hat man sich sehr bemüht, die Sportlichkeit, die der Kuga von außen versprüht, auch innen weiter zu führen. Der großzügige Einsatz von Elementen in Aluoptik lässt den Innenraum jedenfalls sehr sportlich und freundlich wirken. Die Verarbeitung ist sehr gut, es gibt keine Klappergeräusche und auch die verwendeten Materialien wirken sehr hochwertig und langlebig.

Bleibt jetzt natürlich die Frage, ob sich der Kuga auch so sportlich bewegen lässt, wie er aussieht. Laut Hersteller sprintet der Kuga 2,0 TDCi mit Powershift-Getriebe in 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 192 km/h. Schon auf den ersten Metern merkt man, dass Ford nicht zu viel versprochen hat. Der Kuga sprintet zügig und zur großen Überraschung ganz ohne Turboloch auf die jeweils gewünschte Geschwindigkeit. Selbst auf der Autobahn kann man zum Beispiel nach dem Baustellenende flott von 80 auf 130 km/h beschleunigen, hier merkt man das Drehmoment von 340 NM, das zwischen 2.000 und 3.500 U/Minute bereit steht, sehr gut. Die 6-Gang Powershift-Schaltung hat dabei zu jeder Zeit und blitzschnell den passenden Gang parat, die Schaltvorgänge gehen fast unmerkbar vor sich. Überrascht hat uns auch, dass der Kuga auf der Autobahn in Deutschland den Sprint so leichtfüßig bis 180 km/h weitergeführt hat. Lediglich ab 180 km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit genehmigt sich der Offroader mehr Zeit, schafft die vom Werk versprochenen 192 km/h aber auf jeden Fall.

Für die Sicherheit sorgen, neben dem wirklich perfekten Fahrwerk, Fords IPS (Intelligent Protection System) mit Frontairbags, Kopf/Schulter-Airbags vorne und hinten, Seitenairbags vorne, Gurtstraffer sowie ESP, ABS und die steife Fahrgast-Sicherheitszelle. Wer den Kuga jedoch so sportlich bewegt, wird sich von den 6,8 Liter Durchschnittsverbrauch verabschieden müssen, die bei normaler Fahrweise durchaus realisierbar sind. Bei unserem Test sind im Schnitt 8,5 Liter durch die Tankleitung geflossen, was in Anbetracht der Vollgasabschnitte auf deutschen Autobahnen aber noch immer einen guten Wert darstellt. Dass der Verbrauch des 454 cm langen Kuga trotz 1,6 Tonnen Fahrzeuggewicht und großer Windangriffsfläche nicht höher ist, verdankt er auch seinem intelligenten Allradantrieb. Dieser überträgt die Motorleistung unter normalen Umständen nur an die Vorderräder, erst wenn rutschige Straßenverhältnisse es erfordern, werden auch die hinteren Räder angetrieben.

So ist es auch kein Wunder, dass sich der Kuga wirklich in jeder Situation perfekt bewegen lässt und man selbst in flotten Kurven trotz der Höhe nicht das Gefühl hat, irgendwie gleich zu kippen. Egal ob kurvige Landstraße oder Großstadtgewühl, der Kuga lässt sich über die sehr direkte Lenkung souverän steuern und fühlt sich unter allen Einsatzbedingungen wohl. Auch die Federung ist ein guter Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit, sie ist zwar doch härter abgestimmt, meldet aber trotzdem nicht jedes Schlagloch ungefiltert an die Passagiere. Der Kuga ist ein wirklich gelungenes Auto, bei dem die Kombination aus dem 2,0 Liter Diesel mit 163 PS und der Powershift-Automatik perfekt harmoniert.



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Was uns gefällt:
Der Motor in Kombination mit dem Powershift Getriebe, die Straßenlage, das Design, die Ausstattung

Was uns nicht gefällt:
Der recht kleine Kofferraum

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

Link: Ford Händler

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